50 Jahre Bächeappeli

Die Bärcheappeli feiern ihr 50-jähriges Bestehen und eine ebenso lange Erfolgsgeschichte.

Schon seit der Gründung der aktuell 35 Mitglieder zählenden Gruppe der Bärcheappeli um ihren langjährigen Vorsitzenden Edgar Bäurer, hat sich die Sagen-Figur mit seinem freundlich verschmitzten Gesicht in die Herzen der Umzugsgäste eingeschlichen und gilt bis heute in Fachkreisen zu den schönsten Fasnetfiguren der Region.

Daran maßgeblich beteiligt ist ein Hüfinger Handwerkskünstler: Bildhauer Otmar Mayer hat die Gestalt aus dem Bärchewald am Wasserturm, die dort angeblich als listiges Waldweiblein allerhand Schabernack mit Wanderern und Beerensammlern trieb, die passende Maske geschnitzt und somit das Wesen dieser märchenhaften und liebenswerten Figur des Kräuterweibleins Apollonia treffend wiedergegeben.

Damit kam man dem Wunsch einiger Hüfinger Bürger in den 60er Jahren nach, die Fasnet lebendiger zu gestalten. Die Sage um das listige Weiblein Apollonia eignete sich besonders gut, das nun als stadtbekanntes Bärcheappeli seit einem halben Jahrhundert die Fasnet bereichert.

Dabei ist das gesamte Erscheinungsbild des Kräuterweibleins liebenswert und ansprechend. Denn das schelmische Gesicht, dessen Mitte eine Knollennase und rote Apfelbäckchen zieren, wird durch einen Kranz von Waldfrüchten, Kräutern und grauen Haaren umrahmt. Das Gewand entwarf der damalige Zunftmeister und Schneider Christian Straub. Es besteht aus einem Rock und Jacke in schönstem Waldgrün, einer roten Schürze mit großen Taschen, in denen die legendär schmackhaften Erdnüsse und Schoko-Täfelchen, aber auch gehäckseltes Tannereisig und der ein oder andere Hühnerfuß, Platz finden, um die Gäste am Straßenrand zu beglücken und zu foppen. Blauweiße Strümpfe und schwarze Hausschuhe machen das Kräuterweiblein perfekt.

Über ein Dutzend Gründungsmitglieder hoben das Bärcheappeli 1965 aus der Taufe, ein Jahr später trat die Gruppe erstmals bei der Fasnet in die Öffentlichkeit und ist seither fester Bestandteile der schwäbisch-alemannischen Fasnet, in deren Vereinigung die Gruppe seit 1973 Mitglied ist.

Die Gruppe der Bärcheappeli, die ein listiges Weiblein verkörpert, besteht nur aus Männern im Alter zwischen 19 und 80 Jahren, die auch unter dem Jahr gesellig sind. Seit 20 Jahren engagiert sich Edgar Bäurer als Vorsitzender und hat stets kreative Ideen. So wurde zum Jubiläum auch noch ein Miniabzeichen zum Anstecken angefertigt, das in Lindau beim Narrentreffen schon reißenden Absatz fand.

Als Besondertheit haben die Bärcheappeli eine neue Besenwirtschaft für die Fasnet. Sie haben in viel Eigenarbeit und Engagement das ehemalige Gasthaus Lägel in der Hauptstrasse 50 nicht nur wachgeküsst, sondern so auf Vordermann gebracht, dass sogar die Schankkühlung wieder funktioniert. Die wieder zum Leben erweckte und schön ausgeschmückte alte Hüfinger Kneipe neben der Sparkasse ist an der Fasnet an vier Tagen geöffnet und gilt als Bereicherung der Hüfinger Straßenfasnet. „Am schmutzige Dunnschtig ist die Beize nur nachmittags geöffnet, wir wollen keine Konkurrenz zum Festhallenbetrieb. Das ist erst mal eine vorläufige und einmalige Sache, aber es wäre schön, wenn es im nächsten Jahr wieder klappt“, freut sich Edgar Bäurer, der noch verrät, dass beim Zunftball am Samstag die Bärcheappeli eine Überraschungs-Nummer parat haben.

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