Bräuche

Fasnetsprüch

Die Hüfinger Narrensprüche gehören jeher zum närrischen Treiben und werden von verschiedensten Figuren den Narren vorgetragen.

Als Ursprung der Verse und Liedle muss man das Heische- und Rügerecht der Fasnetfiguren aus früherer Zeit annehmen. Das Wort Heischerecht meint die Erscheinung, dass es den Fasnetfiguren erlaubt war bzw. teilweise noch ist, in Geschäften oder bei Privatpersonen etwas zu „erheischen“. Wenn zum Beispiel eine Fasnetgruppe in einer Bäckerei ihr Sprüchlein aufgesagt hatte, bekam sie als „Belohnung“ irgendetwas zu essen. Es war auch hin und wieder erlaubt, dass die Fasnetfiguren in einer Metzgerei eine Wurst „abhängen“ durften, wobei sie ebenfalls ihr Sprüchlein aufsagten. In manchen Versen wurden bestimmte Personen „gerügt“ bzw. „geneckt“.

Solche Rügesprüche oder Neckverse wurden vor allem bei Personen gesungen, bei denen es auch etwas zu erheischen gab. Das Rügerecht, von den „Gerügten“ sicher nicht ernst genommen, stand also an Fasnet in einem engen Zusammenhang zum Heischerecht.

Diverse Sprüche
S' Bärche-Appeli in Hüfingen
D' Hüfinger Hansili
D' Häxe rännet
Aschermittwoch

Fasnetlieder

Die Herkunft dieser Lieder lässt sich nicht genau bestimmen.

Weitere Verse waren uns im Deutschen Volksliedarchiv zugänglich, wo sie neben verschiedenen anderen Aufzeichnungen über Hüfingen abgelegt sind.

Manche Verse hatten in früheren Zeiten einen ausgesprochenen Volksliedcharakter. So ist das Hüfinger Fasnetlied „Hidili Hädili“ als Volkslied seit 1580 schriftlich bekannt.

Das Lied „S’Hansili hätt Stiefel a“ ist einem Heimatbuch aus dem Jahre 1935 entnommen, wo es für Hüfingen belegt ist.

Hervorgehoben sei hier noch das „Tantä Minä“ Lied, das gleichsam als Hüfinger „Stadthymne“ bezeichnet werden kann. Vor allem ältere Mitbürger stimmen es bei jeder passenden Gelegenheit an.

Dantä-Minä Lied